Exzellenz mit Ansage – aber bitte nachhaltig!

Lean, Six Sigma, Operational Excellence – klangvolle Begriffe, die in vielen Unternehmen für schlanke Prozesse, hohe Qualität und permanente Verbesserung stehen. Doch zwischen White Belts, Kaizen-Workshops und DMAIC-Zirkeln lauert eine bittere Wahrheit: Viele dieser Exzellenzprogramme scheitern nicht an der Methode, sondern an der fehlenden Verankerung im Unternehmen.

Die Gründe? Oft sind sie wie UFOs: Sie tauchen plötzlich auf, verursachen Aufsehen – und verschwinden spurlos nach Projektende. Genau hier kommt Prozessmanagement ins Spiel. Es ist kein Modewort und keine temporäre Initiative, sondern das strukturelle Fundament, das nachhaltige Verbesserung überhaupt erst möglich macht.

Aber was ist das eigentlich?

  • Prozessmanagement (kurz BPM): Die strukturierte Gestaltung, Dokumentation, Steuerung und kontinuierliche Optimierung von Geschäftsprozessen.
  • Operational Excellence: Ein ganzheitlicher Managementansatz zur Maximierung von Effizienz und Qualität.
  • Lean Management: Vermeidung von Verschwendung und Fokussierung auf den Kundennutzen.
  • Six Sigma: Datenbasierter Ansatz zur Prozessverbesserung mit Fokus auf Fehlerreduktion und Standardisierung.

In diesem Artikel zeigen wir, warum BPM der unsichtbare Held hinter jedem funktionierenden Exzellenzprogramm ist – und wie man damit nicht nur kurzfristige Verbesserungen erzielt, sondern langfristige Exzellenz etabliert.


Gemeinsame Ziele: Wenn Prozessmanagement und Exzellenzprogramme Hand in Hand gehen

Alle Exzellenzinitiativen verfolgen im Kern dieselben Ziele: Kundenzufriedenheit steigern, Effizienz erhöhen, Qualität sichern und standardisierte Abläufe schaffen. Auch Prozessmanagement verfolgt genau das – aber mit einer dauerhaften Perspektive.

Beide setzen auf:

  • End-to-End-Denken statt Silostrukturen
  • Transparenz durch Prozessdokumentation
  • Faktenbasierte Entscheidungen durch Kennzahlen
  • Kultur der kontinuierlichen Verbesserung

Kurz gesagt: Prozessmanagement ist das stabile Betriebssystem, auf dem Programme wie Lean, Six Sigma und Operational Excellence als clevere Apps laufen können.


Warum Prozessmanagement der perfekte Enabler ist

Prozessmanagement bietet genau das, was viele Exzellenzprogramme schmerzlich vermissen: Struktur, Systematik und Skalierbarkeit. Es wirkt in mehreren Bereichen als Enabler – ganz ohne schwarze Gürtel und mystische Abkürzungen.

  • Transparenz schaffen: Prozesse werden dokumentiert, visualisiert und verstanden – ein Muss, bevor man mit der Verbesserung startet.
  • Messbarkeit sicherstellen: Prozesse erhalten KPIs, werden analysiert, benchmarked und gesteuert – ideal für Six Sigma & Co.
  • KVP verankern: Mit klaren Rollen wie dem Prozessverantwortlichen und festgelegten Review-Zyklen wird kontinuierliche Verbesserung zum Alltag.
  • Denkweise verändern: Mitarbeitende lernen, in Prozessen zu denken, abteilungsübergreifend zu handeln und Probleme systematisch zu lösen.
  • Skalierung ermöglichen: Mit Methoden, Tools und Governance-Strukturen können Best Practices einfach wiederverwendet und unternehmensweit ausgerollt werden.

BPM bringt also das stabile Gerüst, das Exzellenzinitiativen trägt – vom ersten Workshop bis zur unternehmensweiten Transformation.


Herausforderungen? Klar – aber lösbar!

So verführerisch die Theorie auch klingt: In der Praxis gibt es ein paar Stolpersteine. Viele Exzellenzprogramme bleiben isolierte Projekte mit Ablaufdatum. Sobald das Projektteam weg ist, verblasst der Effekt – wie ein Post-it im Regen.

Typische Probleme:

  • Fehlende Integration: Exzellenzinitiativen werden nicht ins Prozessmanagement eingebettet.
  • Projektitis: Verbesserung wird als einmaliger Kraftakt verstanden, nicht als kontinuierlicher Prozess.
  • Technik ohne Nutzen: Methoden und Tools sind da, aber niemand weiß, wie sie sinnvoll eingesetzt werden.

Die Lösungen?

  • Exzellenzprogramme eng mit dem BPM verzahnen – organisatorisch, methodisch und kommunikativ.
  • Center of Excellence (CoE) aufbauen, das als Anlaufstelle für Prozessmanagement und KVP dient.
  • Digitale Tools nutzen – z. B. für Modellierung, Analyse oder Process Mining – um Verbesserung messbar und steuerbar zu machen.

Und bitte: nicht vergessen, die Menschen mitzunehmen. Auch das beste Tool bringt nichts, wenn niemand damit arbeitet (außer dem Praktikanten).


Best Practices und aktuelle Trends: Vom Maschinenraum zur Meisterklasse

Ein produzierendes Unternehmen im Mittelstand hat es vorgemacht: Durch die Einführung eines professionellen Prozessmanagements konnten Operational-Excellence-Initiativen auf stabile Beine gestellt werden. Prozesslandkarten dienten als Orientierung, Rollen wurden definiert, und die Lean-Projekte hatten plötzlich ein Zuhause – statt wie Nomaden durch die Organisation zu irren.

Ein anderes Unternehmen integrierte Prozesskennzahlen in das strategische Reporting – was vorher „Lean-Workshops“ hieß, wurde nun Teil der Zielvereinbarung. So wurde Exzellenz zum festen Bestandteil der Unternehmenssteuerung.

Und was sind die Trends?

  • Prozessautomatisierung: Wenn Verbesserung nicht nur geplant, sondern gleich digital umgesetzt wird.
  • Process Mining: Datenbasierte Prozessanalyse als Turbo für Lean & Six Sigma.
  • Agil trifft Exzellenz: Scrum-Boards neben Wertstromkarten – ja, das geht!

Key Facts für Schnellleser mit Six-Sigma-Kater

  • Prozessmanagement ist das Fundament für erfolgreiche und nachhaltige Exzellenzprogramme.
  • Es schafft Struktur, Transparenz und Verantwortlichkeit – die Basis für Lean, Six Sigma & Co.
  • Nur durch die Integration in den Unternehmensalltag entfalten Exzellenzinitiativen ihr volles Potenzial.
  • Digitale Tools und organisatorische Verankerung machen aus Methoden echte Wirkung.

Fazit: Prozessmanagement – der still arbeitende Held der Exzellenz

Lean ist laut. Six Sigma ist komplex. Operational Excellence ist anspruchsvoll. Und Prozessmanagement? Es ist oft unsichtbar – aber genau das macht seinen Wert aus. Es sorgt im Hintergrund dafür, dass Initiativen Wirkung entfalten, Standards eingehalten werden und Verbesserungen nicht verpuffen.

Wer Exzellenz ernst meint, sollte nicht nur Methoden einführen – sondern Strukturen schaffen, die sie tragen. Und genau hier ist Prozessmanagement der Gamechanger.

Denn wahre Exzellenz entsteht nicht in Workshops – sondern im gelebten Alltag. Prozess für Prozess. Tag für Tag.