Die Strategie ist klar, die Prozesse… naja, sie könnten klarer sein. Und dann kommen auch noch OKRs ins Spiel – diese modernen Zielsysteme, die Transparenz, Agilität und Fokus versprechen. Was zunächst nach einem methodischen Overload klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als echtes Dreamteam: Strategische Prozessziele und OKRs können gemeinsam für Ordnung im unternehmerischen Chaos sorgen.

Denn während das strategische Prozessmanagement dafür sorgt, dass Prozesse nicht bloß effizient, sondern auch strategisch ausgerichtet sind, helfen OKRs dabei, diese Ausrichtung messbar und überprüfbar zu gestalten. Doch wie bringt man beides zusammen, ohne dass die Belegschaft kollektiv in ein methodisches Burnout fällt?


Strategische Prozessziele: Mehr als nur „Wir machen’s besser“

Strategische Prozessziele entstehen nicht aus dem Bauch heraus – sie werden aus der Unternehmensstrategie abgeleitet. Wenn sich ein Unternehmen auf Kundenorientierung fokussiert, bedeutet das im Prozesskontext etwa: „Reduziere die Beschwerdebearbeitungszeit.“ Wenn Effizienz das Ziel ist: „Erhöhe den Automatisierungsgrad im Rechnungswesen.“ Und bei Compliance geht’s vielleicht um: „Stelle vollständige Prozessdokumentation sicher.“

Das Schöne an strategischen Prozesszielen: Sie schlagen die Brücke zwischen Vision und operativer Realität. Das weniger Schöne: Sie sind oft so formuliert, dass man sich fragt, wie man den Erfolg überhaupt messen soll.


OKRs: Struktur für Dynamik

OKRs (Objectives & Key Results) sind der Versuch, Ziele nicht nur festzulegen, sondern sie auch mit konkreten Ergebnissen zu verbinden. Ein Objective ist dabei ein qualitatives Ziel, das motiviert. Zum Beispiel: „Unsere Prozesse sind kundenorientiert und reibungslos.“ Klingt super! Und dann kommen die Key Results und bringen messbare Realität ins Spiel: „Net Promoter Score für Serviceprozess steigt von 45 auf 60.“ Zack – plötzlich ist aus einem guten Vorsatz ein prüfbares Vorhaben geworden.

Ursprünglich von Intel geprägt und durch Google populär gemacht, haben OKRs den Sprung aus dem Silicon Valley in deutsche Unternehmen geschafft. Vor allem in dynamischen Umfeldern bringen sie Struktur ohne Starrheit – ein bisschen wie Yoga für Unternehmen.


Prozessziele in OKRs übersetzen: So funktioniert’s

Die Integration strategischer Prozessziele in OKRs beginnt mit einem Perspektivwechsel: Weg vom Prozess als Selbstzweck, hin zum Prozess als Hebel für messbare Wirkung. Statt also „Prozessqualität steigern“ als Ziel zu formulieren, wird daraus:

  • Objective: „Prozesse liefern stabile Qualität für unsere Kunden“
  • Key Result: „First-Time-Right-Rate im Onboarding-Prozess auf 95 % erhöhen“

Und so geht es weiter: Prozessdurchlaufzeiten, Automatisierungsquoten, Kundenzufriedenheitswerte – alles lässt sich, klug gewählt, in Key Results überführen. Der Vorteil: Die strategischen Prozessziele verschwinden nicht mehr in Präsentationen, sondern tauchen regelmäßig in Reviews und Team-Standups auf.

Auch wichtig: Die OKRs müssen in die bestehende Prozessmanagementstruktur eingebettet sein. Wenn der Prozessverantwortliche die OKRs nicht kennt – oder schlimmer: nicht beeinflussen kann –, wird das nichts.


Wo’s hakt – und wie man’s hinkriegt

Klar, auch hier lauern Stolpersteine. Viele strategische Prozessziele sind zu abstrakt – „Effizienz steigern“ ist nett, aber was heißt das konkret? Dann gibt es da noch die klassischen Kulturprobleme: Veränderungsresistenz, Silodenken, unklare Zuständigkeiten.

Die Lösung liegt in drei Bereichen:

  • Gemeinsame Zielfindung: Fachbereich und Prozessverantwortliche müssen an einem Tisch – sonst wird’s entweder zu strategisch oder zu operativ.
  • Konsistenz im Zyklus: Die besten Ziele bringen nichts, wenn sie nicht regelmäßig überprüft und angepasst werden.
  • Tools & Transparenz: Digitale OKR-Plattformen wie Mooncamp, Perdoo oder Workboard helfen, den Überblick zu behalten – gerade bei mehreren Teams und Prozessen.

Was in der Praxis funktioniert – und was gerade angesagt ist

Immer mehr Unternehmen nutzen OKRs nicht nur für Innovationsziele, sondern auch für Prozessmanagement. Besonders im agilen Mittelstand oder in Tech-Unternehmen ist es üblich geworden, Prozessverbesserungen über OKRs zu steuern.

Ein interessanter Trend ist das sogenannte „Outcome-based Process Management“ – also nicht mehr bloß Prozesse beschreiben und kontrollieren, sondern sie konsequent auf Ergebnisse ausrichten. Wer hier OKRs nutzt, macht sich das Leben leichter: Outcomes definieren, Key Results formulieren, regelmäßig prüfen – und der Prozess zieht mit.

Auch in Automatisierungsprojekten spielen OKRs inzwischen eine Rolle. Wer etwa Robotic Process Automation (RPA) einführt, kann den Fortschritt direkt über Prozess-OKRs messen: „Automatisierungsgrad im Support um 25 % steigern“ – das ist messbar, steuerbar, machbar.


Key Facts für Schnellleser und PowerPoint-Folien

  • Strategische Prozessziele und OKRs passen wunderbar zusammen – wenn man sie richtig kombiniert.
  • OKRs machen abstrakte Prozessziele greifbar, messbar und steuerbar.
  • Der Schlüssel liegt in klarer Verantwortung, regelmäßigen Reviews und digitalen Tools.
  • Outcome-orientiertes Prozessmanagement ist ein Trend, der durch OKRs optimal unterstützt wird.

Fazit: Strategie trifft Realität – endlich verständlich

Strategische Prozessziele sorgen dafür, dass Prozesse nicht nur laufen, sondern in die richtige Richtung laufen. OKRs sorgen dafür, dass man merkt, ob man angekommen ist. Wer beides klug verbindet, bekommt ein Zielsystem, das nicht nur die Geschäftsleitung beeindruckt, sondern auch im Alltag funktioniert.

Und das Beste: Die nächste Review-Runde fühlt sich nicht mehr wie ein Besuch beim Zahnarzt an – sondern wie ein Boxenstopp in der Unternehmensformel 1.